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Krankensalbung
Die Krankensalbung: Das heilige Zeichen der Stärkung, Tröstung und Nähe Gottes bei Krankheit und Schwäche
Im Jakobusbrief heisst es: "Ist einer von Euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten. Der Herr wird ihn aufrichten und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben." (Jak 4,14-15)
Die katholische Kirche hat diese Einladung aus dem neuen Testament über alle Generationen seit der apostolischen Zeit bis heute ernst genommen: Auch heute besuchen Priester der katholischen Kirche die Kranken in Spitälern, in Alters- und Pflegeheimen, in Kur- und Rehabilitationshäusern, zu Hause oder auch anderswo und sprechen Gebete über sie, legen ihnen die Hände auf und salben sie mit dem heiligen, vom Bischof geweihten Öl (dieses wird auch nach dem lateinischen Ausdruck "oleum infirmorum" - "Krankenöl" genannt). Diese drei Zeichen: Die Gebete, die Auflegung der Hände (vgl. Apg. 28,8) und die Salbung sind ein äusseres aber dennoch intimes Zeichen dafür, dass Gottes heilende Gegenwart, Leid, Schmerz, Krankheit und Tod vertreiben kann.
Dies ist keine Erfindung der katholischen Kirche, sondern beste Fortsetzung des biblischen Glaubens und Befundes: Erstens heilt Jesus selbst unzählige Kranke nach dem Zeugnis der Evangelien (z.B. Mt 8, 1-17 / Mk 2, 1-12 / Lk 9,40-56 / Joh 9,1-41). So ist das "Heilen, Heil- oder Ganz- Machen" ein ureigener Auftrag Jesu an seine Nachfolger, die dies zweitens auch so wahrgenommen haben, wie dies in den zahlreichen Heilungen deutlich wird, die beispielsweise in der Apostelgeschichte beschrieben werden (z.B. Apg 19, 11-12 oder 28, 1-10 usw.).
Die Wiederentdeckung der heilenden Dimension unseres Glaubens, der Nähe Gottes für Menschen wird in unserer Zeit von zunehmender Wichtigkeit und zwar aus verschiedenen Gründen:
All diese Elemente mögen mitschwingen, wenn ein Mensch zur Überzeugung gelangt, "doch, es wäre gut die Krankensalbung zu empfangen". Man sollte sich aber davor hüten, sich die "Wirksamkeit" des Sakramentes wie die chemische Reaktion eines Medikamentes im Organismus des Menschen vorzustellen. Das Sakrament wirkt durch Gnade; es ist Geschenk Gottes an uns, das in verschiedenster Weise geschehen kann: Vielleicht verleiht das Sakrament "nur" die Kraft eine Krankheit gut zu ertragen, vielleicht macht das Sakrament auch bereit gut und mit innerer Gelassenheit und Stärke zu sterben und sein Schicksal wirklich anzunehmen. Sind diese geistigen Wirkungen auf die Haltung und Einstellung eines Menschen oft nicht ebenso wichtig zur Überwindung einer Krankheit in welchem Sinne auch immer, sei sie physisch oder geistig?
Das alles umfassende vertrauensvolle Wissen um Gottes einfache Gegenwart auch in den Situationen des Leidens, eine Gegenwart, die mich stützt, die mir Geborgenheit und Sinn schenkt, die mich in Gemeinschaft stellt mit Menschen, die diesen selben Gott mit mir und für mich anrufen, weckt dieses heilende, befreiende und beglückende Potential unseres Glaubens.
Bisweilen wird die Krankensalbung auch als Stärkung mit auf den letzten Weg gegeben, von daher hat das Sakrament leider auch den schrecklichen Namen "letzte Ölung" erhalten, denn die mit der Krankensalbung verbundene Zuversicht spricht ja genau das Gegenteil in die Schwäche eines Menschen hinein: Die Stärkung auf dem Lebensweg und dies in jeder Situation auch wenn der Weg in Richtung Sterben zeigt. Krankensalbung ist also nicht einfach ein letztes "Versorgungspaket". In diesen Fällen wird dann manchmal auch die Krankenkommunion gereicht, oder auch in einem Beichtgespräch ein Mensch befreit von allen irdischen Krämpfen, damit jemand getröstet in der ruhigen Zuversicht des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe seine oder ihre letzte Reise ins neue Leben in die endgültige Gemeinschaft mit Gott wagen darf.
Krankensalbung in unserer Pfarrei:
Pfr. Dr. Agnell Rickenmann